Wir haben schon einmal über die afro-brasilianische ReligionCandomblé geschrieben, die von Sklaven aus West-Afrika nach Brasilien gebracht wurde. In dieser werden etwa 16 Gottheiten verehrt. Diese Naturgötter heißen Orixás. Sie treten als Vermittler auf zwischen Olorin, dem obersten göttlichen Prinzip und uns, den Menschen. Die Kultstätten des Candomblé heißen „Terreiros“. An oberster Stelle stehen entweder eine Priesterin (Yalorixá) oder ein Priester (Babalorixá), die alle Rituale durchführen. Jeder Mensch hat nach dem Candomblé Qualitäten mindestens eines Orixás. Welcher Orixá zu einem gehört, kann die Yalorixá oder der Babalorixá durch das Kaurimuschel-Orakel (jogo de búzios) herausfinden. Die Orixás sind den Menschen sehr ähnlich und haben auch Schwächen oder können sich irren. Demgegenüber besitzen sie mystische Eigenschaften.
Jedem Orixá werden außerdem ganz bestimmte Attribute zugeordnet, z.B. eine Farbe, ein Metall, ein Wochentag, eine Lieblingsspeise oder bestimmte Trommelschläge. Die meisten Gottheiten erfüllen konkrete Funktionen. Xangó gilt z.B. als Krieger. Zu seinen Ehren wird am 31. Juli 2010 ein öffentliches Ritual im Forum Brasil stattfinden. Xangó ist der Orixá des Donners, Blitzes und der Gerechtigkeit. Als sein Symbol gilt die Doppelaxt aus Kupfer, seine Farbe ist rot, sein Stein der Rubin. Der Mittwoch ist ihm als Tag zugeordnet. Lügner bestraft er mit seinen Blitzen und er rächt die von Ungerechtigkeit betroffenen Menschen. Xangó ist außerdem verantwortlich für die Verwaltung und das Rechtswesen. Die Mythen erzählen, er sei ein König, der zum Gott wurde.
Am darauf folgenden Sonntag, dem 01. August 2010, gibt Murah Soares im Forum Brasil den Workshop „Kraft der Götter“, wo er einen Einblick in die rituellen Tänze und Gesänge der Orixás gibt. Wer sich davon angesprochen fühlt, ist herzlich eingeladen am „Tanz mit den Göttern“ teilzunehmen. Mehr Infos dazu gibt es auf der Seite vom Forum Brasil.
Ritual zu Ehren Xangó:
Samstag, 31. Juli 2010
Beginn: 14:30 Uhr
Workshop “Kraft der Götter” mit Murah Soares:
Sonntag, 01. August 2010
12:00 – 16:00 Uhr
Bitte zu beiden Veranstaltungen in weißer Kleidung erscheinen!
Wer sich für Brasilien interessiert, der kommt am Thema Candomblé kaum vorbei. Aber was verbirgt sich eigentlich dahinter?
Candomblé bezeichnet eine Naturreligion, die ihren Ursprung in Westafrika hat und von Sklaven nach Brasilien gebracht wurde. Weltweit hat dieser schamanische Glaube ca. 80 Millionen Anhänger.
Über mehrere Jahrhunderte wurde die Candomblé-Religion von der katholischen Kirche unterdrückt. Seit den 70er Jahren ist sie in Brasilien offiziell anerkannt und wird vor allem im nordöstlichen Bahia praktiziert und hat außerdem Zig-Millionen Anhänger in verschiedensten Orten der Welt.
Im Candomblé werden 16 verschiedene Götter verehrt – die Orixás. Sie gelten als Vermittler zwischen Olorin, dem obersten göttlichen Prinzip, und den Menschen. Sie besitzen sowohl mystische als auch menschliche Qualitäten und herrschen über die Kräfte der Natur.
Passend zum Thema fand Ende letzten Jahres im Forum Brasil die Ausstellung “Orixas – Die Kraft der Elemente” von Gustavo Teixeira und Murah Soares statt. An drei Tagen stellten die beiden Künstler mit Bildern und Altären die afro-brasilianische Religion für alle Interessierten dar.
Jedem der Götter wurden passende Farben und Symbole zugeordnet, welche der brasilianische Künstler Gustavo Teixeira in seinen Kunstwerken auf imposante Art dargestellt hat.
Passend zu den verschiednenen Bildern hat Murah Soares, Mitgründer und Leiter des Forum Brasil, traditionelle Altäre ausgestellt.
Wen jetzt das Interesse gepackt hat, folgender Tipp:
Murah Soares bietet in regelmäßigen Abständen den Workshop “Kraft der Götter” mit traditionellen Tänzen und Gesängen an. Weitere Informationen dazu gibt es hier!
Vor kurzem haben wir über die brasilianischen Filme bei der Berlinale berichtet. Für all diejenigen, denen es nicht gelungen ist eines der begehrten Tickets zu ergattern oder anderweitig verhindert waren, stellen wir heute den Film “Besouro” etwas genauer vor.
Der Film spielt zu Beginn des 20. Jahrhunderts und erzählt die spannende Geschichte des brasilianischen Capoeira- Kämpfers “Besouro”. Diese Zeit ist wesentlich geprägt durch Sklaverei und Unterdrückung und das obwohl die Sklaverei offiziell seit mehreren Jahrzehnten abgeschafft ist. Diese Ungerechtigkeit wollen sich die Schwarzen in der Region von Bahia nicht mehr länger gefallen lassen und schließen sich unter der Führung des Capoeira Mestres Alipilo zusammen um für ihre Freiheit zu kämpfen.
Bevor die Gruppe jedoch überhaupt die Gelegenheit bekommt sich zu währen, fällt der Mestre einem Attentat zum Opfer. Bei seinem Schüler Besouro verursacht dieser Vorfall tiefe Schuldgefühle, denn er war es, der an jenem Tag als Alipilos Leibwächter eingeteilt war.
Dieser Vorfäll lässt seine eigenen Männer zu Feinden werden. Folglich wird er nicht nur von den Sklaventreibern verfolgt und gesucht, sondern auch den aufgebrachten Anhängern Alipilos. Mit Hilfe seiner Capoeria-Künste gelingt es ihm jedoch immer wieder zu entkommen…
Bei dem Film handelt es sich um einen “Martial-Arts-Film”.
“Wusst ich doch” werden die Kenner unter euch jetzt denken, “Was ist das denn?” hingegen die Nicht-Experten auf diesem Gebiet.
Für diese, die zur letzteren Gruppe gehören hier eine kleine Erläuterung (aus Wikipedia): “Der Martial-Arts-Film ist die fernöstliche Variante des Actionfilms, angereichert mit artistischen Darbietungen von Kampfkünsten. Der eher körperbetonte Martial-Arts-Film beruht meist auf den artistischen Darbietungen von Kampfkünsten, die ästhetisch stilisiert sind. Sprachlich leitet sich die Bezeichnung “Martial” vom Kriegsgott “Mars” ab.”
“Orixas – Die Kraft der Elemente” ist eine Ausstellung über den afro-brasilianischen Candomblé in Berlin.
Am Wochenende vom 11.-13. Dezember 2009 lohnt es sich mal wieder bei uns im Forum Brasil in Berlin Kreuzberg vorbei zuschauen! Denn die brasilianischen Künstler Murah Soares und Gustavo Teixeira präsentieren eine sehenswerte Ausstellung, die Einblick in die Kunst der afro-brasilianischen Religion Candomblé bieten wird und vor allem ein ganz neues und interessantes Bild von Brasilien entstehen lassen wird.
Der Maler Gustavo Teixeira lebt seit nun einem Jahr in Berlin. Neben seiner Arbeit als Grafikdesigner entwirft er Zeichnungen der brasilianischen Sakralen Kunst. Hierbei beschäftigt er sich hauptsächlich mit den so genannten Orixas, den Göttern des Candomblé.
Des Weiteren stellt Murah Soares, der ebenfalls in Brasilien geboren und aufgewachsen ist, traditionelle Altäre der Candomblé Religion aus. Er selbst ist Babalorixa, also höchster Priester der Religion und zudem der Leiter des Berliner Kulturzentrums Forum Brasil.
Ein vielfältiges und buntes Begleitprogramm rahmt mit Percussion- und Tanzeinlagen die Ausstellung ein, wobei es immer wieder die Möglichkeit zu einen persönlichen Gespräch mit den Künstlern geben wird.
Programm:
Fr. 11. Dez.: 19 Uhr Vernissage mit Einführungsvortrag und Dialog