Black History Month Berlin – Ossayins Liebeszauber
27.01.2012 von Forum BrasilIn „Ossayins Liebeszauber“ wird euch die Geschichte der Köngin der Meere, Yemanjá, und ihren Söhnen, Oxossi und Ogum auf eine ganz andere Weise erzählt. Murah Soares und Company inszenieren die afrobrasilianische Mythologie in einem Tanztheaterstück.
Yemanjá isst mit ihren beiden Söhnen, Ogum und Oxossi, zu Abend. Danach möchte Oxossi, Orixá der Jagd, in den Wald gehen, doch Yemanjá will ihn aufgrund einer bösen Vorahnung davon abhalten. Entgegen dem Willen seiner Mutter geht er auf die Jagd und trifft auf den zweigeschlechtlichen Orixá der Heilkräuter und Natur, Ossayin. Durch die Anwesenheit Oxossis fühlt er/sie sich sowohl gestört als auch angezogen. Oxossi verliebt sich in Ossayin durch einen ihm verabreichten Liebestrank. Ossayin erwidert diese Liebe und Oxossi entschließt sich, den Wald nicht wieder zu verlassen.
Ogum wird von seiner besorgten Mutter auf die Suche nach seinem jüngeren Bruder in den Wald geschickt. Auf brutale Weise schlägt sich dieser seinen Weg durch den Wald. Ossayin, entsetzt von dieser Grobheit, gibt auch seinem Bruder den Liebestrank. Worauf auch Ogum dem Zauber verfällt, doch seine Liebe soll unerwidert bleiben…
Lasst euch von Murah Soares in den Liebeswald entführen.
01./03./05./24./25. und 26. Februar 2012 um jeweils 20:00
Wissmannstr. 32, 12049 Berlin
Ossayins Liebeszauber für 10/8 Euro.
Weitere Informationen zur Veranstaltung, den Künstlern und dem Gesamtprogramm des Black History Month findet ihr auf:
www.werkstatt-der-kulturen.de – Infos über die brasilianischen Götter unter www.candomble-berlin.de
Am 13. Januar finden sich zum zweiten Mal zwei Religionen zum Dialog im Forum Brasil ein: die afro-amerikanische Santería und das afro-brasilianische Candomblé. Joaquin La Habana Reyes, Babalorixá der Santería, aus Havana, Kuba, und Murah Soares, Babalorixá des Candomblé-Tempels in Berlin, aus Sao Paulo, Brasilien, laden zum Vortrag über ihre Religionen ein.
Am darauffolgenden Tag findet ein Tanzworkshop mit den beiden Pristern statt. Die Tänze, Riten und Bewegungen, die im Workshop erlernt werden können, sollen noch einmal die Verschiedenheit der zwei Religionen Candomblé und Santería aufzeigen.
Oxossi ist der Orixá des Waldes, der Jagd, der Ernährung, der Flora und Fauna und auch der Kunst. Sein Charakter ist die ständige Bewegung und die Konzentration auf die Jagd. Er schützt den Jäger genauso, wie er das Wild vor der Jagd schützt. Damit verdeutlicht er, dass nur zur eigenen Ernährung gejagt werden sollte. Sein schamanisches Prinzip verkörpert die Intelligenz im Umgang mit Flora und Fauna, seine Genügsamkeit und seinen Rückzug in den Wald. Er gilt als einer der intelligentesten Orixás, als bescheiden und rücksichtsvoll. In Meditation mit ihm spürt man förmlich sein hohes Maß an Konzentration und er hilft gerne Menschen mit Problemen neue Ziele anzugehen. Eine weitere Seite von Oxossi ist seine Vorliebe für Kunst. Ursprünglich galt er auch als Patron der Töpfer, Flechter und Holzschnitzer – allesamt Handwerke, die intelligente Inspiration, hohe Konzentration und Ruhe brauchten.
Ogum, ursprünglich als Herr des Metalls verehrt, gilt als dynamische Kraft voller Schwung, Jugend und Energie. Er ist zielgerichtet, energisch und in seiner Art unumstößlich in seiner kraftvollen, männlichen Energie. Ogum ist ein Krieger für das Gute und Symbol der Technologie, Entwicklung und Expansion. Er repräsentiert jene, die Natur verändernde Kraft, die durch den Eingriff des Menschen freigesetzt wird. Er ist Wegbereiter der Zivilisation, der arbeitende Mensch schlechthin und eine Heldenfigur par excellence. Ogums “Kinder” sind impulsiv, kampfeslustig, ehrenhaft, reiselustig, und sie begegnen den Veränderungen im Alltag positiv. Sie sind neugierig und beharrlich, mutig und bis an die Grenze zur Taktlosigkeit aufrichtig. Sie stecken voller nervöser Energie, die sich in physische Aktivität entladen muss. Darum sind sie auch häufig Sportler. Auch Frauen können “Töchter” von Ogum sein, als Archetyp repräsentiert er jedoch ein ausgeprägt männliches Verhaltensmuster. Wird er bei Zeremonien hinzugezogen, lässt er auch deutlich seine Freude über die Festlichkeit spüren. Ogum lässt sich in der Regel beim Tanzen nicht zweimal bbitten – er erscheint meist sehr schnell. Sicherlich haben gerade diese menschlichen Eigenschaften dazu geführt, dass Ogum sich großer Beliebtheit erfreut.
Seit Jahrzehnten engagiert sich Mãe Beata gegen religiöse Intoleranz, Diskriminierung aller Art, Rassismus, Gewalt gegen Frauen und gegen die Unterdrückung von Minderheiten besonders auch von Schwulen und Lesben. Hierfür erhielt sie vielfache nationale Auszeichnungen und internationales Renommee. Mãe Beata wurde als erste Vertreterin der afro-brasilianischen Religionen vom brasilianischen Bundessenat mit dem renommierten Frauen-Rechts- Preis „Mulher-Cidada Bertha Lutz 2007„ für ihr Lebenswerk geehrt. Der Bertha-Lutz-Preis wird jährlich an Frauen verliehen, die sich in herausragender Weise für die Bürger- und Menschenrechte sowie politischen Rechte der brasilianischen Frauen einsetzen.






