Black History Month Berlin- Ausstellung und Workshop: Zwischen Gottesverehrung und Götterspeise
27.01.2012 von Forum Brasil
Lernt die afrobrasilianische Cadomblé-Religion von einer ganz anderen Seite kennen. Murah Soares stellt acht geschmückte Altäre, wie sie im Cadomblé typisch sind, aus. Die Ausstellung könnt ihr täglich vom 01. bis zum 26. Februar (außer montags) in der Werkstatt der Kulturen kostenlos besuchen.
Ausführliche Informationen zur Ausstellung findet ihr auf der Website der Werkstatt der Kulturen: Black History Month.
Außerdem lädt euch Murah am 11.02.2012 zum gemeinsamen Koch-, Gesangs- und Tanznachmittag ein.
In dem „interdisziplinären“ Workshop Götterspeise zeigt euch Murah uralte Techniken zur Anrufung der afrobrasilianischen Candomblé-Götter, den Orixás. Rhythmus, Tanz, Gesang und rituelle Speisen vermitteln euch einen faszinierenden Einblick in die Welt der Orixás…
Lasst die Beine, den Kochlöffel und die Stimmbänder schwingen!
Samstag, 11.02.2012 von 14:00-18:00 in der Küche & dem Seminarraum 1 der Werkstatt der Kulturen
Wissmannstr. 32, 12049 Berlin.
Die Teilnahmegebühr beträgt 30 Euro.
Um Voranmeldungen wird bis zum Montag, den 6. Februar 2012 unter info@werkstatt-der-kulturen.de oder 030 609 77 00 gebeten.
Weitere Informationen zur Veranstaltung, den Künstlern und dem Gesamtprogramm des Black History Month findet ihr auf
www.werkstatt-der-kulturen.de – Infos über die afro-brasilianische Religion Candomblé unter www.candomble-berlin.de
Am 13. Januar finden sich zum zweiten Mal zwei Religionen zum Dialog im Forum Brasil ein: die afro-amerikanische Santería und das afro-brasilianische Candomblé. Joaquin La Habana Reyes, Babalorixá der Santería, aus Havana, Kuba, und Murah Soares, Babalorixá des Candomblé-Tempels in Berlin, aus Sao Paulo, Brasilien, laden zum Vortrag über ihre Religionen ein.
Am darauffolgenden Tag findet ein Tanzworkshop mit den beiden Pristern statt. Die Tänze, Riten und Bewegungen, die im Workshop erlernt werden können, sollen noch einmal die Verschiedenheit der zwei Religionen Candomblé und Santería aufzeigen.
Oxossi ist der Orixá des Waldes, der Jagd, der Ernährung, der Flora und Fauna und auch der Kunst. Sein Charakter ist die ständige Bewegung und die Konzentration auf die Jagd. Er schützt den Jäger genauso, wie er das Wild vor der Jagd schützt. Damit verdeutlicht er, dass nur zur eigenen Ernährung gejagt werden sollte. Sein schamanisches Prinzip verkörpert die Intelligenz im Umgang mit Flora und Fauna, seine Genügsamkeit und seinen Rückzug in den Wald. Er gilt als einer der intelligentesten Orixás, als bescheiden und rücksichtsvoll. In Meditation mit ihm spürt man förmlich sein hohes Maß an Konzentration und er hilft gerne Menschen mit Problemen neue Ziele anzugehen. Eine weitere Seite von Oxossi ist seine Vorliebe für Kunst. Ursprünglich galt er auch als Patron der Töpfer, Flechter und Holzschnitzer – allesamt Handwerke, die intelligente Inspiration, hohe Konzentration und Ruhe brauchten.
Ogum, ursprünglich als Herr des Metalls verehrt, gilt als dynamische Kraft voller Schwung, Jugend und Energie. Er ist zielgerichtet, energisch und in seiner Art unumstößlich in seiner kraftvollen, männlichen Energie. Ogum ist ein Krieger für das Gute und Symbol der Technologie, Entwicklung und Expansion. Er repräsentiert jene, die Natur verändernde Kraft, die durch den Eingriff des Menschen freigesetzt wird. Er ist Wegbereiter der Zivilisation, der arbeitende Mensch schlechthin und eine Heldenfigur par excellence. Ogums “Kinder” sind impulsiv, kampfeslustig, ehrenhaft, reiselustig, und sie begegnen den Veränderungen im Alltag positiv. Sie sind neugierig und beharrlich, mutig und bis an die Grenze zur Taktlosigkeit aufrichtig. Sie stecken voller nervöser Energie, die sich in physische Aktivität entladen muss. Darum sind sie auch häufig Sportler. Auch Frauen können “Töchter” von Ogum sein, als Archetyp repräsentiert er jedoch ein ausgeprägt männliches Verhaltensmuster. Wird er bei Zeremonien hinzugezogen, lässt er auch deutlich seine Freude über die Festlichkeit spüren. Ogum lässt sich in der Regel beim Tanzen nicht zweimal bbitten – er erscheint meist sehr schnell. Sicherlich haben gerade diese menschlichen Eigenschaften dazu geführt, dass Ogum sich großer Beliebtheit erfreut.

Am 06. März lohnt es sich mal wieder ganz besonders dem Forum-Brasil einen Besuch abzustatten.